Grenzen des Wachstums – Ungleiche Verteilung

Es besteht kein Zweifel. Wir leben in einer besonderen Zeit. Natürlich darf man festhalten, dass jede Zeit, jede geschichtliche Epoche eine besondere ist, ein Unikat. Allerdings steuert die Menschengemeinschaft auf ihrem „Vehikel“ und zugleich „Lebensgrundlage“ Erde auf eine Grenzmarke, bei deren Erreichen die Menschheit an Zahl nicht mehr zunehmen kann, also eine Versorgung aller bei weiterem (kurzen) Ansteigen der Bevölkerung unmöglich wird. Das ist ein Aspekt der Grenzen des Wachstums.
Nun sind da aber noch zwei delikate Fakten. Bei gegebener Ungleichverteilung wird die Grenze des Wachstums, die bei idealer oder angenäherter Gleichverteilung möglich wäre (durch vorhergehender Umverteilung), nicht erreicht. Der kritische Punkt kommt also früher, aber nicht nur der Zenith ist kritisch, auch sein Vorlauf. Doch welche Institution kann eine Umverteilung auf internationaler Ebene durch anerkanntes Recht durchsetzen beziehungsweise wer verzichtet freiwillig von den Staaten, Globalen Spielern, Völkern auf einen guten Teil Wohlstand? Und wie fängt man beispielsweise in einer nationalen Wirtschaft einen solchen Einschnitt wieder auf, ist es doch ein partielles Aufgeben des Marktliberalismus? Wie weit sind die Ideen internationaler Besteuerung gediegen?
Der andere Fakt: Umweltzerstörung und rasanter Ressourcenverbrauch verkürzen die Zeit bis zum kritischen Punkt. Die Erde kann nicht mehr so viele Menschen tragen wie vor zwanzig Jahren. Sie kann nicht mehr so viel Nahrung produzieren, da Lebensraum verloren geht, für Mensch, Tier und Pflanzen. „Tote Landschaften“, Domizil nur weniger Arten, breiten sich aus.
Die günstige Entwicklung einer Umverteilung und einer schnellen Reduzierung des Umweltverschleißes ist unwahrscheinlich. Allerdings haben die zahlreichen Umweltkatastrophen manch Akteur zum Nachdenken gezwungen: wir befinden uns auf dem falschen Gleis. Wie groß auch der Anteil der Verursachung der Erderwärmung durch den Menschen ist, er muß sich zügeln. Der Beitrag des Menschen zur Erderwärmung ist schwer nachweisbar, wurde jedoch von Experten bestätigt, die Reduzierung der Wälder läßt sich dagegen leicht beobachten. Und die Bilder, die eine Ungleichverteilung bezeugen, latenter Faktor für Konflikte, haben sich in unser Gedächtnis gebrannt.
Die vollständige Versorgung der Menschen wird praktisch unmöglich gemacht, durch Staatsapparate und ihre schlechte Regierungsführung, Schuldenberge und transnationale Konzerne, so daß der bekannte Soziologe, Ökonom und UN-Berichterstatter Jean Ziegler zum Schluß: Wer an Hunger stirbt, wird ermordet. Provozierend formuliert. Doch der Gleis, auf dem wir uns bewegen, wird uns in noch mehr Ungleichheit und vermehrte Umweltprobleme samt Katastrophen führen.

2 Kommentare

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holo
3. November 2005 um 09:47

Da halte ich Hanf für den möglichen Ersatz des Papier obgleich mir nicht bekannt ist, dass Hanf auch den Ersatz für die Möbelindustrie darstellen könnte. Angesichts der vielen freien Flächen kann ich mir auch den Anbau gentechnisch angepasster Lebensmittel vorstellen. Sofern dafür nicht Biotope geopfert werden und der Anbau weltweit – für alle – statt findet, müsste das doch klappen. Es liegt „nur“ an den Staatsapparaten.

WolArn
4. November 2005 um 20:11

Dieser Satz im Beitrag ist der Knackpunkt: „wer verzichtet freiwillig von den Staaten, Globalen Spielern, Völkern auf einen guten Teil Wohlstand?“
Antwort:“Niemand!“ …und darum bleibt es wie es ist, nämlich Mist!
Auch dieser Beitrag mit den Kommentaren, und vielleicht gut durchdachten Vorschlägen, wird die Situation nicht ändern.
Geld regiert die Welt, und das ist das größte Übel!!

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