Piraten

Gerade in den Gewässer um Indonesien ist moderne Piraterie nichts neues.
Besatzungen von Handelsschiffen müssen schon seit langem immer wieder damit Rechnen überfallen zu werden.
Wer sich zu sehr zu widersetzen versucht muss damit Rechnen nicht nur Fracht, Wertgegenstände und manchmal selbst die Kleidung zu verlieren sonder setzt sein Leben aufs spiel.
Nach dem verheerenden Tsunami schien es eine Zeitlang weniger Piraten zu geben. So mancher Schlupfwinkel war möglicherweise buchstäblich im Meer versunken, Boote waren zerschellt, gesunken und so mancher Pirat war wohl den Fluten zum Opfer gefallen.
Doch offenbar haben sie sich erholt.
Das internationale Schifffahrtsbüro (IMB) mit Sitz London warnt derzeit vor einer massiven Zunahme von Piraterie.
Als Brennpunkte werden Indonesien und besonders die Küste von Somalia genannt.
Seit Mitte März wurden vor der Küste Somalia bereits 23 Schiffe angegriffen und zum Teil entführt.
So wurde am Horn von Afrika das Kreuzfahrtschiff „Seabourn Spirit“ angegriffen. Die Passagiere, darunter 19 Deutsche, flohen ins Innere des Schiffes, der Kapitän verhinderte mit einem geschickten Manöver, dass die Piraten das Schiff enterten.
Kapitän Sven Erik Pedersen nahm mit Vollgas Kurs aufs offene Meer setzte zusätzlich eine akustische Waffe ein mit der das Schiff ausgerüstet ist.
„Das Schiff ist mit einer Long Range Acoustic Device (LRAD) ausgerüstet“, erklärt Bruce Good, Sprecher der Seabourn Cruise Line, gegenüber der Nachrichtenagentur AP. LRAD sind sogenannte nicht-tödliche Waffen. Für das US-Militär entwickelt, können mit ihnen sowohl Lautsprecherdurchsagen als auch hochfrequente akustische Signale über mehrere hundert Meter Entfernung abgesetzt werden.
Der schrille Ton, der durch das LRAD zielgerichtet gesendet wird, ist äußerst schmerzvoll. „Wir testen, ob diese Waffen sinnvoll im Einsatz gegen Piratenangriffe sind“, so Good laut AP. Der LRAD-Hersteller American Technology vergleicht den Ton mit dem eines Feuermelders. Nur während der mit 80 bis 90 Dezibel vor Gefahr warnt, schießt das LRAD akustisch mit bis zu 150 Dezibel. Das System sei bereits seit 2003 auf Passagier- und Marineschiffen im Einsatz.
Der Reederei-Sprecher sagte, es seien bei dem Überfall vom 05.11.2005 lediglich einige Fenster zu Bruch gegangen. Die Seetüchtigkeit sei nicht beeinträchtigt worden. „Sie haben mit dem Gewehr geschossen und danach zwei Mal mit dem Raketenwerfer“, sagte ein Passagier. Eine der Raketen habe das Schiff getroffen. Sie sei durch die Seite des Schiffes in eine Passagierkabine gegangen.
Vergangene Woche richtete Somalia einen Appell an die internationale Gemeinschaft, in dem es um Schutz
durch NATO-Kriegsschiffe ersucht.
Der deutsche Luxusliner „MS Deutschland“ steht indesssen derzeit unter Beobachtung der deutschen Bundesmarine. „Das bedeutet nicht, dass die ganze Zeit eine Fregatte neben uns herfährt. Die Marine beobachtet uns auf dem Radar“, so ein Reederei-Sprecher.

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