Der Bronzestier von Treuenbrietzen

Treuenbrietzen, eine märkische Kleinstadt im Jahr 1870: Torfstecher entdecken bei Ihrer Arbeit eine Stierfigur aus Bronze und rufen Ihren Arbeitgeber. Herr Mann, Ziegeleibesitzer, nimmt den Stier mit nach Hause, stellt ihn auf den Kamin und gibt den Arbeitern ein Bier aus. Der Bronzestier geriet bis in die 30er Jahre des 19. Jahrhunderts in Vergessenheit.
So oder ähnlich könnte es damals abgelaufen sein.
Herr Mann konnte nicht ahnen, daß er eine kleine Sensation mit nach Hause nahm: Sein Fund stammt aus der Bronzezeit und war somit mindestens 2500 Jahre alt. Er blieb in Familienbesitz und wurde aus dem Nachlass eines Prof. Dr. Mann um das Jrh 1933 herum an das Märkische Museum verkauft.
Dieses veröffentlichte einige Daten und Fotos: „Die Figur war 20cm lang, 12,5 cm hoch, massig gegossen und zwar in zwei Stücken; der Schnitt verläuft von der Brust mitten durch den Körper nach hinten. Die Vorderbeine sind nur noch als Stummel vorhanden.

Während des 2. Weltkriegs wurde das Märkische Museum Opfer von Bombardierungen und etliche Fundstücke wurden unwiderbringlich zerstört.
Bis in unsere Zeit war das Schicksal des Bronzestiers von Treuenbrietzen ungeklärt.
Nachfragen beim Märkischen Museum in Berlin ergaben, daß der Vorkriegsbestand, sofern er den Bombenhagel überstanden hat, dem Museum für Vor- und Frühgeschichte übergeben wurde.
Es existierten lediglich noch Fotos und ein Brief von 1937 in welchem der damalige Vorsitzende des Heimatvereins Treuenbrietzen R. Reichhelm den Fundort genauer darlegt und nach dem Verbleib des wohl im Jahr 1870 gefundenen „Bronzewidder von Buchholz bei Treuenbrietzen“ fragt.
Die Recherchen beim Museum für Vor- und Frühgeschichte fielen sehr ernüchternd aus: „Die Stierfigur aus Bronze befindet sich nicht in unserem Bestand. Man muss davon ausgehen, dass sie zu den Kriegsverlusten des Märkischen Museums zählt.“

Zumindest konnte nun ein weiteres offenes Kapitel der Stadt Treuenbrietzen geschlossen werden, die Dokumente und der Briefverkehr wurden dem Heimatmuseum übergeben. Der erwähnte „Bronzewidder aus Buchholz bei Treuenbrietzen“ über den bisher nichts bekannt war fiel wohl auch den Bomben zum Opfer.

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