Arbeitslose raus?

Die Arbeitsmarktproblematik, so wird uns immer wieder vermittelt, ist ja eigentlich vor allem ein deutsches Problem und es läge zu einem großen Teil daran, dass die Deutschen einfach nicht bereit seien konkurrenzfähig ( etwa zu Polen oder China ) zu arbeiten. Arbeit sei in Deutschland einfach zu teuer und das Sozialsystem sei schlicht nicht bezahlbar und es müsse reformiert werden.
Die Menschen müssten nur länger arbeiten in ihren nicht vorhanden Jobs, das würde schon so manches Problem beseitigen.
Im Ausland sei es ja um so vieles besser, da so signalisiert man uns gern, gäbe es Arbeitsplätze. In Österreich etwa, einem Land mit einer steigenden Arbeitslosenquote gäbe es gerade im Bereich Gastronomie wunderbare Jobs auch für Deutsche.
Der Österreichische Bundeskanzler Schüssel sah sich Mitte des letzten Jahres sogar bemüßigt den deutschen Nachbarn wertvolle Empfehlungen zu geben, wie sie sich zu reformieren hätten, so gut läuft es nach der Darstellung in Österreich.Schon seit einiger Zeit wird Arbeitslosen unter der Zuhilfenahme einer Rechtsfolgebelehrung, die eher eine Androhung von negativen Konsequenzen für den Fall, dass man sich nicht auf die dargebotene Stelle bewirbt, darstellt, nahegelgt sich bei Arbeitgebern fern Ihrer Heimatorte zu bewerben. Viele sahen darin schon einen recht massiven Versuch Menschen zur Umsiedlung zu zwingen.
Abwandern ins Ausland blieb offenbar jedoch eher eine Art freiwillige Option.
Doch seit kurzem häufen sich auch die Berichte darüber, dass Arbeitssuchenden Bewerbungsvorschläge mit Rechtsfolgebelehrung gegeben werden, die eine Bewerbung bei einer Firma bedeuten, die durchaus auch Personal ins Ausland schickt.
Es besteht Bewerbungszwang, ansonsten droht Leistungskürzung/streichung.
Im Gegensatz zu den glücklichen Auswanderern, die uns so gern von RTL und Konsorten präsentiert werden ist ein grosser Teil der Gegängelten keineswegs erfreut über die Aussicht für den Job das Heimatland zu verlassen.
Wenn, wie in einem der Redaktion bekannten Fall, Stellenempfehlungen in der Nähe ohne Rechtsfolgebelehrung ausgehändigt werden wärend Stellen für den Internationalen Markt mit Rechtsfolgebelehrung herausgegeben werden, so verwundert es nicht, wenn der Arbeitssuchende sich gegängelt sieht das Land zu verlassen.
Ebenso scheint es verwunderlich, dass immer wieder Stellen angeboten werden, die einen Umzug nötig machen, obwohl laut Interna der Agentur für Arbeit dieser auch regionale Stellenausschreibungen vorliegen. Diese regionalen Ausschreibungen jedoch tauchen merkwürdigerweise nicht Öffentlich auf.

1 Kommentar

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Holo
4. Februar 2006 um 00:39

Das ist meiner Ansicht nach auch die würdeloseste Konsequenz für arbeitslose. Pfeif´ auf die Familie, die Freunde. Ja, vergiss dein soziales Umfeld. Du bist arbeitslos. Also verschwinde von hier und sieh zu, dass du dort arbeitest.

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