Im Hungerstreik befindliche Guantanamo-Häftlinge werden brutal zwangsernährt

Seit Monaten befinden sich etliche der ca. 500 Insassen des rechtsfreien US-amerikanischen Gefangenenlagers Guantanamo im Hungerstreik, um gegen die Haftbedingungen zu protestieren. Nach Berichten der „New York Times“ werden sie auf brutale Weise zwangsernährt, damit sie nicht sterben.

Die Szenen, die Guanatanamo-Häftlinge ihren Anwälten beschrieben haben, sind brutal: Hungerstreikende Gefangene werden an eigens zu diesem Zweck angeschaffte Stühle gefesselt, Wachen rammen eine Magensonde durch ihre Nasen – ohne Rücksicht auf Schmerzensschreie und Verletzungen. Und nach der Zwangsernährung müssen die Häftlinge stundenlang angebunden sitzen bleiben, damit sie das Nahrungskonzentrat nicht wieder erbrechen.
Im August letzten Jahren sind rund 130 Häftlinge in einen Hungerstreik getreten. Damals sagte das US-Militär, dass alle Insassen, die die Nahrungsaufnahme verweigerten, von Ärzten beobachtet würden. Sollte es erforderlich sein, würde man sie auch zwangsernähren. Sollen Ende Dezember noch mehr als 80 Gefangene protestiert haben, so sei die Zahl einem Militärsprecher zufolge auf vier gesunken.
Eine Aktion, um notfalls mit dem eigenen Tod auf die Hoffnungslosigkeit ihrer Lage aufmerksam zu machen: Eingesperrt auf unbestimmte Zeit, die Klagen vor US-Gerichten zumindest vorerst gestoppt, nachdem der Kongress zum Jahresende ein umstrittenes neues Gesetz verabschiedet hatte.
Militär fühlte sich durch Gesetz offenbar gestärkt
Dies ermutigte das Militär, härter gegen die Hungerstreikenden vorzugehen, sagte Anwältin Sahrah Havens der „New York Times“, weil die Gerichte sich da jetzt raushalten müssten. Ein Kollege nannte das brutale Vorgehen des Militärs eine Schande. Nicht zuletzt, weil höchstens acht Prozent der über 500 Menschen auf Kuba nachweislich Mitglieder von Al Kaida seien. „Es ist unfair, zu sagen, mein Klient ist ein Terrorist wie die anderen“, klagte Anwalt Muneer Ahmad. Das müsse erst bewiesen werden.

1 Kommentar

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Stryker
11. Februar 2006 um 12:14

Die „brutale Zwangsernährung“ ist nichts besonderes. Um hier den Anti-Amerikanismus zu relativieren: Auch in der Bundesrepublik würden Hungerstreikende zwangsernährt, da der Staat dem Schutz des Lebens nachkommen muss. Ohne Rücksicht auf Verletzungen werden die Magensonden ebenfalls kaum reingerammt werden, das würde deren Sinn, der Rettung des Lebens, ja völlig entgegenwirken.

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