Bilderberg- Konferenz 2006 in Ottawa

Im Vorfeld des 54. Bilderberg- Treffens berichteten immerhin einige internationale Medien über das anstehende Ereignis, doch die Reportagen nach der Konferenz blieben bislang aus. Von der konservativen New York Sun abgesehen, die am 12. Juni einen Artikel veröffentlichte, in dem auch die Teilnahme des Gouverneurs von New York, George Elmer Pataki, erwähnt wurde, scheinen die großen Medien noch an ihren ausführlichen Berichten zu feilen – oder auch nicht.

Berichterstattung
Zumindest in Kanada wurden im Vorfeld mehrere Artikel veröffentlicht, u.a. im Ottawa Citizen, bei CBC und CTV, während die Boulevard- Zeitschrift Ottawa Sun gleich mit mehreren Artikeln glänzte. Alles in allem wurde jedoch auch die 54. Bilderberg- Konferenz kaum von den internationalen Medien wahrgenommen. Im deutschsprachigen Raum gab es immerhin entsprechende Meldungen bei WikiNews, der Rheinpfalz und im Hellweger Anzeiger.
Das Treffen fand im Brookstreet Hotel statt, wenige Kilometer von Ottawa entfernt. Den offiziellen Veröffentlichungen zufolge sollen die nicht festgehaltenen Diskussionen sowie die vertrauliche Atmosphäre für ein „gegenseitiges Verständnis“ sorgen, speziell zwischen Europa und den USA. Im Rahmen der jährlichen Konferenzen gibt es den Veranstaltern zufolge „keine Beschlüsse“, „keine Abstimmungen“, „keine politischen Stellungnahmen“ und natürlich „keine Pressekonferenz“.
Teilnehmer
Aus Deutschland besuchten die Konferenz zumindest Mathias Döpfner (Axel Springer AG), Josef Joffe (DIE ZEIT), Matthias Nass (DIE ZEIT), Friedbert Pflüger (Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister der Verteidigung), Jürgen E. Schrempp (DaimlerChrysler AG), Ekkehard D. Schulz (ThyssenKrupp AG) sowie Klaus Zurnwinkel (Deutsche Post AG). Aus Italien reiste u.a. Franco Bernabè (Rothschild Europe) an, aus den USA etwa Timothy F. Geithner (Federal Reserve), außerdem wurden sowohl die Europäische Kommission (Neelie Kroes) als auch die NATO (Ed Kronenburg) repräsentiert. Neben Presse, Politik und Finanzen war wie nicht anders zu erwarten vor allem die Wirtschaft mit zahlreichen CEOs (von AOL, Fiat, Philips, Indigo Books & Music, AXA, Burda u.v.a.) vertreten.
Auch zwei umstrittene Persönlichkeiten, die eine prominente Rolle im Vorfeld des jüngsten Irak-Krieges eingenommen hatten, waren anwesend: Richard Perle sowie Ahmad Chalabi. Donald Rumsfeld und Paul Wolfowitz, die in vergangenen Jahren eingeladen wurden, blieben dem 54. Treffen jedoch fern. VIPs wie Henry Kissinger, David Rockefeller and angeblich auch Königin Beatrix wurden vom Flughafen mit Limousinen abgeholt, deren Fahrer durch Zeichen mit dem Buchstaben „B“ auf sich aufmerksam machten. Richard Perle, der von einem lokalen Reporter angesprochen wurde, spielte die Bedeutung des Treffens einmal mehr herunter: „Es ist eine private Organisation,“ sagte er, und verneinte die Frage, ob politischer Einfluss ausgeübt wird. Man beschränke sich auf Diskussionen.
Das diesjährige Treffen wurde sowohl von der Polizei als auch von der privaten Sicherheitsfirma „Iron Horse“ bewacht. Doch selbst Polizisten müssen sich gegenüber den privaten Sicherheitsleuten ausweisen, wenn sie das Hotel betreten wollen. „Das ist sehr ungewöhnlich,“ sagte ein kanadischer Polizist.
Eine Liste der Teilnehmer ist auf der Internetseite von Alex Jones zu finden, der das Treffen dieses Jahr vor Ort verfolgte. Bei seiner Einreise nach Kanada wurde Jones offenbar für 15 Stunden festgehalten und verhört, und erst nach Auftauchen einer Reporterin des kanadischen Fernsehsenders CBC freigelassen. Seinem Bericht zufolge geschah dies ausdrücklich auf direkte Anweisung von Bilderberg- Mitgliedern, die eine Infiltration ihrer Konferenz durch den Radiojournalisten und Dokumentarfilmer befürchteten, der bereits mit versteckter Kamera über Bohemian Grove berichtete.
Themen
Einer nicht unterzeichneten Presseerklärung zufolge wurden in erster Linie folgende Themen besprochen:
– Beziehungen zwischen Europa und den USA
– Energieversorgung
– Entwicklungen in Russland
– Iran
– der Mittlere Osten allgemein
– Terrorismus
– Immigration
Inoffiziellen Berichten zufolge standen weiterhin vor allem die Entwicklungen in Südamerika auf der Agenda.
„Letztes Jahr berichteten wir von Plänen, die Ölpreise dramatisch steigen zu lassen,“ äußerte Jim Tucker von der American Free Press, der seit 30 Jahren jedes Treffen der Bilderberger verfolgt. „Zu dieser Zeit war das Öl auf dem niedrigen Stand von 40 Dollar pro Barrel. Dann schoss es auf 70 Dollar pro Barrel. Sie beeinflussen uns.“
Daniel Estulin, der ebenfalls seit Jahren den Bilderbergern auf der Spur ist, äußerte sich in einem Interview folgendermaßen:
„Ihr Hauptanliegen ist es, eine Weltregierung zu erschaffen, die von einer elitären Gruppe von Leuten beherrscht wird, deren Hauptziel es ist, alle natürlichen Ressourcen des Planeten zu kontrollieren.“ Teilnehmer der Konferenzen beschränken sich hingegen in ihren Äußerungen auf „freie und offene Diskussionen“.
Im Ask1- Forum kann über das Treffen in einem eigenen Thread diskutiert werden, in dem auch weitere Links zum Thema zu finden sind.

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