… hoffentlich ALLIANZ – versichert

Und wieder eine Entlassungswelle in den Medien.
Diesmal sollen geschätzt 7500 Mitarbeiter des Allianzkonzerns entlassen werden. 5000 Mitarbeiter werden die Allianz selbst verlassen, 2500 Mitarbeiter der Dresdner Bank werden sich gleichfalls um einen neuen Job bemühen müssen.
Die Begründung der Vorstandsetage ist simpel: Die Allianz – einer der größten Versicherer Europas – sieht sich gezwungen, seine Finanzkraft zu erhöhen um sich so vor dem Eindringen durch ungewollte Spekulanten zu wehren.
So werden Stellen gestrichen und lediglich 3000 Mitarbeitern aus dem Innendienst der Allianz AG die Chance gegeben, im angestellten Außendienst für das Unternehmen vermittelnd tätig zu werden – sehr praktisch gedacht, wenn man bedenkt, dass allein aus der Aquise im Freundes- und Verwandtenkreis zusätzliche Kunden gewonnen werden könnten. Das scheint umso mehr offensichtlich, da sich dieses Angebot auf Allianz-Mitarbeiter beschränkt.
Der Rest geht mit 1,2 Monatsgehältern für jedes Jahr der Betriebszugehörigkeit zum Arbeitsamt, wo genau diese Abfindung angerechnet werden wird.

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Genau zu diesem Zweck wurden angeblich im zweiten Quartal Rückstellungen von 522 Millionen Euro gebildet, die aus dem Verkauf von Scheringaktien an die Bayer AG finanziert werden. Ob dies auch Konsequenzen für die Schering AG haben wird?
Traurig erscheint diese Maßnahme, wenn man die Umsatzsteigerung des zweiten Quartals bedenkt:
Mit 1,7 % Steigerung wurde das Umsatzergebnis um 24,1 Milliarden Euro verbessert.
Das Maß der Verantwortung, dass die Allianz seinen Mitarbeitern gegenüber erbringt soll sich unbestätigten Gerüchten zufolge bereits in ersten Vertragsstornos ausgewirkt haben – in den nächsten fünf Jahren dürfte sich daraus mindestens ein geschätzer Verlust von 30 Millionen Euro an Beitragsaufkommen ergeben – das Folgegeschäft aus Empfehlungen nicht berücksichtigt.
Insofern ein akzeptabler „Deal“ für den Vorstand, der damit auch den Ansprüchen der Aktionäre gerecht werden sollte.
Doch dieses Spiel mit Existenzen ist nur ein weiteres Kapitel in der Geschichte von Aktiengesellschaften und deren Vorständen – es scheint beinahe, als dass ein Mitarbeiter einer in kleinen GmbH besser versorgt ist als bei einer großen Aktiengesellschaft.

1 Kommentar

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Bernd
2. März 2007 um 08:12

Ich möchte gern auf einen Punkt eingehen: „Die Allianz – einer der größten Versicherer Europas – sieht sich gezwungen, seine Finanzkraft zu erhöhen um sich so vor dem Eindringen durch ungewollte Spekulanten zu wehren.“
Wir haben dieses Arguement von allen möglichen Firmen in ähnlicher Weise gehört. Wie paßt eine Notiz vor ein paar Tagen, dass angeblich die EU gescheitert sei, Finanzinvestitionsfreiheit ( Marktliberalisierung, Übernahmemöglichkeiten ) zu fördern?
Sollte die Allianz diesbezüglich Schwierigkeiten sehen, muß von der Bundesregierung gefordert werden, dass effektive Maßnahmen zum Schutz deutscher Unternehmen vor Übernahme aus Gründen des Erhaltes deutscher Arbeitsplätze gefunden und implementiert werden.
Sollte die Allianz jedoch seitens ihrer Kapitalgeber eine Eigenkapitalrendite von zum Beispiel 25%, das sind Regionen der Deutschen Bank, erfüllen wollen, dann soll sie das doch einfach sagen.

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