Des Papstes neuer Finanzberater

Benedikt XVI. ernannte im Dezember vergangenen Jahres Peter Sutherland, einen sowohl in Wirtschaft als auch Politik höchst gefragten Unternehmer, zum Finanzberater des Vatikan.

Peter Sutherland war von 1993 bis 1994 Generaldirektor des WTO-Vorläufers GATT und anschließend bis Mai 1995 Generaldirektor der WTO. Er saß bereits im Aufsichtsrat von BP, Goldman Sachs International und Asea Brown Boveri, er war EU- Kommissar für Wettbewerb sowie Generalstaatsanwalt Irlands, er ist Mitglied der Trilateral Commission sowie des European Round Table of Industrialists und – nicht zu vergessen – er sitzt im Steering Committee der Bilderberger. Seit dem 5. Dezember 2006 darf er sich zudem ‚Consultor of the Extraordinary Section of the Administration of the Patrimony of the Apostolic See‘ nennen.
Sutherland tritt weiterhin als Berater des IESE (Instituto de Estudios Superiores de la Empresa) auf, einer "Weiterbildungseinrichtung für Topmanager mit internationalem Renommee", wie es bei josemariaescriva.info zu lesen ist. Die Wirtschaftshochschule gehört der 1952 von Opus Dei- Ahnherr Josemaria Escriva gegründeten Universität von Navarra an und hat ungebrochen enge Verbindungen zum Opus Dei, die Sutherland jedoch angeblich lange nicht bekannt waren. Als er in einem Interview auf die Thematik angesprochen wurde, verteidigte er sich u.a. mit einem Hinweis auf das hohe Ranking des IESE.
Da die Opus Dei- Schulen offenbar nicht gerade mit ihrer Geschichte hausieren gehen, ist es zwar nicht unmöglich, dass Sutherland tatsächlich nichts von den Verbindungen zu Opus Dei wusste, aber spätestens durch die Ernennung Sutherlands zum Finanzberater des ausgesprochen Opus Dei- freundlichen Papstes erscheint diese Möglichkeit in einem neuen Licht.
Bemerkenswert auch im Kontext der Bilderberg- Mitgliedschaft Sutherlands ist eine weitere Textpassage von der bereits erwähnten Website josemariaescriva.info:
„Weit entfernt von jedem selbstzufriedenen elitären Denken, das allerdings in der akademischen Welt eine beständige Versuchung darstellt, entwarf Josemaría Escrivá das Bild einer Hochschule, die in die Gesellschaft integriert ist und ihre Probleme und Hoffnungen teilt, welche sie mit dem wissenschaftlichen Tiefgang angeht, der ihr entspricht. Eine Institution zur Heranbildung von Bürgern, die bereit und fähig sind, eine gerechtere Gesellschaft aufzubauen.“

2 Kommentare

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reibab
28. März 2007 um 09:17

Gibt es dafür auch die Original-Quelle?

hives
17. April 2007 um 15:31

Hallo reibab,
wenn du mit der Maus über den Text fährst, solltest du eigentlich Links zu mehreren Artikeln, Meldungen etc. entdecken können, die jeweils als Quellen für einzelne Informationen dienen.
Wenn du dich für die ‚Original-Quelle‘ einer bestimmten Information interessierst, und bei den verlinkten Artikeln nicht fündig wirst, musst du schon etwas konkreter werden.
mfg

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