Mosche Katzaw – Der gefallene Seraph

Der ehemalige israelische Staatspräsident Mosche Katzaw, gegen den im August 2006 schwere Vorwürfe der sexuellen Nötigung, Vergewaltigung, Korruption, illegale Abhörmethoden und Justizbehinderung vorgeworfen wurde, muss nun endgültig keine Haftstrafe mehr fürchten.
Grund dafür ist eine Vereinbarung zwischen Katzaw und der Staatanwaltschaft unter Billigung des Obersten Gerichtshofes Israels:
Er bekennt sich in weniger schweren Anklagepunkten für schuldig, während die Vorwürfe der Korruption und Vergewaltigung dafür fallen gelassen werden. Diese beiden Vergehen hätten ihm im Falle eines Schuldspruches längere Haftstrafen einbringen können.Offiziell, so heißt es, gestaltete sich die „Beweislage für die angebliche Vergewaltigung einer Mitarbeiterin schwieriger“ als angenommen. Damit wurden die Anträge mehrerer Anwälte und einiger Frauenrechtsorganisation abgewiesen.
Schon im Juni 2007 war es zu Protesten in Tel Aviv gekommen, nachdem mit einer ersten Einigung Katzaws mit der Staatsanwaltschaft eine mögliche Haftstrafe umgangen worden war. Laut SpiegelOnline bezeichnete Oberstaatsanwalt Menahem Masus als „…jahrelang[en] (…) sexuelle[n] Straftäter“, jedoch hatten damals wie heute angeblich „hinreichend solide Beweise“ gefehlt.
Katzaw hatte im Januar 2007 nach der Anklageerhebung seinen Rücktritt als Staatspräsident erklärt und hatte versucht, die Vorwürfe als ungerechtfertigte Hetzjagd der Medien auf ihn darzustellen. Da das Amt des israelischen Staatspräsidenten volle Immunität genießt, trat Katzaw 2007 erst nach starkem öffentlichen Druck und schweren Protesten seiner Partei und der Presse von seiner Position zurück.
Katzaw, der von 2000 bis Anfang 2007 sein Amt inne hatte, hatte damals noch erklärt „…bis zum letzten Atemzug [zu] kämpfen, auch wenn dass einen Weltkrieg bedeutet, um meinen Namen rein zu waschen“. Reingewaschen ist sein Name nun ganz und gar nicht, jedoch wird er mit einer einfachen Geldstrafe davonkommen.
Seine Opfer tröstet das wenig.

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