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Notgeld Treuenbrietzen (1921)

Im Jahr 1921 brachte die Stadt Treuenbrietzen ein eigenes Notgeld auf den Markt.
Die Banknoten hatten alle den gleichen Wert von 50 Pfennig, allerdings gab es 6 verschiedene Motive, wobei die Vorderseite jeweils identisch war:

Die Vorderseite zeigt das Rathaus und das Stadtwappen und trägt den Text „Dieser Gutschein wird von den Stadtkassen in Zahlung genommen. Er verliert seine Gültigkeit 1 Monat nach erfolgter Bekantmachung.“ Ausgegeben im Juli 1921, der Magistrat Unleserlich Rottstock(?)

Das Motiv A (zu erkennen am roten Buchstaben) zeigt Martin Luther, wie er vor der Marienkirche an der Lutherlinde  im Jahr 1541 predigt. Auch zu erkennen ist der Name Heinz Schiestl. Heinz Schiestl war ein deutscher Bildhauer und Grafiker und wurde von 20 Städten, darunter auch Treuenbrietzen, beauftragt Notgeld zu gestalten.

Das Motiv C zeigt drei berühmte Söhne der Stadt Treuenbrietzen, so den Komponisten Friedrich Heinrich Himmel, den Reformator Martin Chemnitz und den kurbrandenburgischen Kanzler Johannes Weinlöb.

Das Motiv B zeigt die Ansicht der Stadt Treuenbrietzen vom Krähenberg aus. Beschriftet sind die Marienkirche, das Rathaus und die Nicolaikirche. Dazu noch der lateinische Spruch nebst deutscher Übersetzung:

„HÆC URBS PROMERRUIT, QUÆ BRIETZIA FIDA VOCETUR, PRINCIPIBUS BELLI TEMPORE FIDA FUIT.“

Dies ist die Stadt, die verdient, dass sie Treuenbrietzen genannt wird, denn in den Zeiten des Krieges blieb sie den Fürsten getreu.

Das Motiv E zeigt wie die Treuenbrietzener Wache den falschen Waldemar erkennt und nicht in die Stadt einlässt.

Das Motiv D zeigt wie Kurfürst Ludwig I. (Bayer) an die Treuenbrietzener Bürger Landbesitz verleiht, u.a. als Dank dass sie nicht auf den falschen Waldemar hereingefallen waren und treu zu den Wittelsbachern standen.

Die Note mit dem Motiv F „Mutter Gottes v. Treuenbrietzen“ fehlt noch in meiner Sammlung. Die dort abgebildete Statue wurde vermutlich im 15. Jahrhundert gefertigt und entstammt vermutlich dem St. Gertraudenhospital. Bei Gelegenheit veröffentliche ich ein Foto dieser Holzfigur, die in den Wirren des 2. Weltkriegs verloren ging.

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